Uni Basel
Historisches Seminar
Hirschgässlein 21
CH-4051 Basel

Heiko Haumann

26.11.1998


Lieber Herr Frank

Verzeihen Sie, dass ich nicht sofort geantwortet habe, es war einfach zu viel los. Über Ihre Sendung habe ich mich sehr gefreut. Sie rennen offene Türen ein – allerdings bin ich kein Spezialist für diese Zeit und habe darüber nur einmal lokalgeschichtlich geforscht: bevor ich nach Basel kam, habe ich in Freiburg im Br. neben meiner Uni-Tätigkeit auch zur Stadtgeschichte gearbeitet, u.a. zu dem Schicksal der Juden in der NS-Zeit. Durch ....... der Ereignisse vom 9./10. November in Freiburg wurde ich ähnlich misstrauisch gegen die gängige These (wegen der..... Grynszpans und wegen der Organisation der Brandstiftungen und der Folgen für die Juden wie all der neuen Bestimmungen - dass konnte einfach nicht in wenigen Stunden vorbereitet werden). Ich habe damals - nicht unrichtig - formuliert: "die Nazis mussten diesen Anschlag derart .... für ihre Ziele, dass man glauben könnte, sie hätten ihn selbst inszeniert" (Geschichte der Stadt Freiburg i. Br. Band 3, Herausgegeben von HH und Hans .... Stuttgart 1982, Seite 331). Inzwischen haben sich meine Zweifel weiter verstärkt wie Sie auch achte ich bei Neuerscheinungen auf entsprechende Hinweise. Leider ist es mir derzeit nicht möglich selbst Quellenforschungen anzustellen.

Zu der versuchten Abschiebung der polnischen Juden ist soeben ein wichtiges Buch in Polen erschienen: Jerzy Thomas Zewski Preludium Zaglady. Wygnanic Zydow pokkich sieben Niemice w1938r. Warschau 1998. Allerdings analysiert T. nur die Abschiebung selbst, die Verhältnisse in den Auffanglagern und das Verhalten der polnischen Seite. Für eine Gesamteinschätzung müsste das Buch aber bereichert werden.

Ich melde mich, sobald mir neue Tatsachen bekannt werden. Herzliche Grüsse Ihr Heiko Haumann.


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