| "Gesandtschaftsrat von Rath seinen Verletzungen erlegen"; 9. November 1938 (Zeitungsartikel. Zeitung unbekannt. Völkischer Beobachter?) Gesandtschaftsrat von Rath seinen Verletzungen erlegen Beileid des Führers an die Eltern dnb. Paris, 9. November 1938 Der deutsche Gesandtschaftsrat erster Klasse Pg. Ernst von Rath ist am Mittwochnachmittag, 16,30 Uhr westeuropäischer Zeit, an den Folgen des gegen ihn verübten Attentats des Juden Grünspan (Grynszpan) gestorben. Der Führer hat an die Eltern des Gesandtschaftsrates I. Klasse von Rath folgendes Beileidstelegramm gesandt: "Herrn und Frau von Rath, z. Zt. Paris. Nehmen Sie zu dem schmerzlichen Verlust, der Sie durch den feigen Meuchelmord an Ihrem Sohn getroffen hat, meine aufrichtigste Teilnahme entgegen. Adolf Hitler" Die Mutter des Parteigenossen von Rath ist am Mittwochvormittag in Paris eingetroffen. Kurz vor seinem Ableben hat er noch vom Führer ein Telegramm erhalten, in dem ihn der Führer zum Gesandtschaftsrat erster Klasse ernannte und seine aufrichtigsten Wünsche zur Genesung aussprach. Auch der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP, Gauleiter Staatssekretär Bohle, hat dem Pg. von Rath noch in einem Telegramm sein kameradschaftliches Gedenken ausgesprochen. Gesandtschaftsrat Pg. Ernst von Rath wurde am 3. Juni 1909 in Frankfurt am Main geboren. Er ist aus dem preussischen Justizdienst hervorgegangen, dem er als Referendar angehörte, 1934 wurde von Rath als Anwärter für den höheren auswärtigen Dienst in das Auswärtige Amt berufen. Nachdem er eine Zeitlang in der Zentrale beschäftigt worden war und nach vorübergehender Tätigkeit bei der Gesandtschaft in Budapest, der Botschaft in Paris und dem Generalkonsulat in Kalkutta wurde von Rath im August 1938 erneut der Botschaft in Paris zugeteilt. Am 18. September 1938 wurde er zum Legationssekretär ernannt. Das Bulletin der Ärzte Die deutschen Ärzte Dr. Magnus und Dr. Brandt haben über die letzten Stunden im Leben des Parteigenossen von Rath folgendes Bulletin ausgegeben: "Gesandtschaftsrat erster Klasse Pg. von Rath ist seinen am 7. November erlittenen Schussverletzungen erlegen. Im Laufe des Mittwochnachmittags trat bei ihm eine weitere Verschlechterung seines Zustandes ein. Eine nochmalige Blutübertragung hatte nur vorübergehende Wirkung. Der Kreislauf reagierte auf Herzmittel ungenügend. Das Wundfieber blieb hoch. Gegen Mittag zeigte sich entscheidend der Einfluss der Magenverletzungen in Verbindung mit dem Milzverlust. Der Kräfteverfall liess sich nicht aufhalten, so dass um 16,30 Uhr der Tod eintrat. Der französische Chirurg Dr. Baumgartner hat nach kunstgerechter Operation auch die weitere Wundbehandlung selbst sorgfältig durchgeführt. Die Klinik de l'Alma stellte ihre guten Einrichtungen zur Verfügung; das Pflegepersonal hatte sich aufopfernd eingesetzt. Der trotzdem erfolgte Tod des Gesandtschaftsrates von Rath ist allein durch die Schwere der Schussverletzung verursacht. (gez.) Dr. Magnus, (gez.) Dr. Brand." Beileid der französischen Regierung Der französische Geschäftsträger in Berlin, Graf de Montbas, sprach am Mittwoch beim Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherrn von Weizsäcker, vor, um im Namen der französischen Regierung, des französischen Ministerpräsidenten und des französischen Aussenministers das Beileid aus Anlass des Hinscheidens des Gesandtschaftsrates Ernst von Rath auszusprechen. Schluss mit der Emigrantenplage! Die französische Presse hat nun allgemein den am Dienstag vom "Temps" angeschlagenen Ton aufgenommen und verlangt gebieterisch, dass mit der Emigrantenplage nun endlich aufgeräumt werde. "Die internationale Pest, die sich in Frankreich niedergelassen hat, muss ausgeräuchert werden", erklärt der dem Quai d'Orsay nahestehende "Petit Parisien". "Überall, überall stösst man auf die fremdländischen Unerwünschten. Mehr als 70 Prozent aller Verbrechen sind auf sie zurückzuführen." Selbst das "Oeuvre" ruft leidenschaftlich aus: "Asyl? Ja! Verbrecherhaus? Nein!" Das leidenschaftliche Aufbäumen der deutschen Presse gegen diesen neuen jüdischen Mordanschlag findet einen starken Widerhall. |
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